Brief der Landwirtschaftskammer

Sehr geehrter Herr Hochmüller!

Sie haben über das Agrarnet nach der Unterstützung der Milchbauern durch die Landwirtschaftskammern gefragt. Ich gehe davon aus, dass es Ihnen um die Haltung zur öffentlichen Diskussion über den Milchpreis geht.

Die Landwirtschaftskammern setzen sich in vielfacher Weise laufend für die österr. Milchbauern ein, was auch durch die im internationalen Vergleich beispielslose Unterstützung durch das Programm Ländliche Entwicklung mit den Schwerpunkten Umweltprogramm, Bergbauernförderung und Investitionsförderung (Mittel gehen zum größten Teil in den Stallbau) zum Ausdruck kommt. Es ist ein Fehler, in der Einkommens- und Kostendarstellung nur den Milchpreis allein zu sehen. Maßnahmen zur Verbesserung des Erzeugermilchpreises sind zweifellos zu begrüssen. Das Versprechen von mit Sicherheit nicht erreichbaren Preisen ist unsere Sache nicht. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Milcherzeugung sind gekennzeichnet durch den EU-Binnenmarkt mit einem deutlichen systematischen Überangebot von Milch bezogen auf den europäischen Heimmarkt. Die EU und auch Österreich ist Nettoexporteur bei Milchprodukten. An dieser Situation wird sich mittelfristig nichts ändern. Es ist auch zu berücksichtigen, daß die Mehrzahl der europäischen Mitbewerber eine weit günstigere Kostenstruktur als die österr. Milchbauern haben. Ursachen dafür sind große Strukturunterschiede sowie unterschiedliche naturbedingte Gegebenheiten. Österreichs Milchbauern können diese Nachteile nur begrenzt über bessere Preise ausgleichen. Im Vordergrund stehen zweifellos die oben genannten Förderungsmaßnahmen.

Wichtig ist auch, das Vertrauen der österr. Verbraucher in österr. Ldw. Produkte und vor allem auch Milch zu erhalten. Im internationalen Vergleich ist es in Österreich durch die Anstrengungen der AMA und der Milchwirtschaft gelungen, den Heimmarktanteil auf sehr hohem Niveau zu halten und gleichzeitig ganz beachtliche Exporterfolge zu erzielen.

Wir sind sicher, dass Demonstrationen vor Milchgenossenschaften und Unternehmen der Raiffeisenorganisation keinen positiven Beitrag zur Verbesserung der Milchpreise liefern.

Mit freundlichen Grüßen

Generalsekretär
DI August Astl
Präsidentenkonferenz der LWK Österreichs

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