Gartenparadies

Der Garten, egal ob er nur wenige Quadratmeter groß ist, oder sich in Weitläufigkeit verliert, ob er liebevoll gepflegt wird, oder wohlwollend geduldet verwildern kann, ob er in Töpfen und Trögen auf einem Balkon gedeiht, oder mächtige, ausladende Bäume und sogar Teiche aufweist, ob er ein privates, bergendes Rückzugsgebiet darstellt, oder öffentlich erleb- und erfahrbar ist – Gärten haben für uns einen besonderen Stellenwert und sagen eine Menge über die Menschen aus, die sie pflegen. Aber darüber hinaus spiegeln sie auch allgemeine Entwicklungen und Einstellungsveränderungen einer Gesellschaft.
Waren früher Gemüsegärten ein unverzichtbarer Teil der eigenen Lebensmittelversorgung, so werden sie heute aus der Freude am Ziehen eigenen Gemüses wieder angelegt. Waren früher botanische Exoten der Stolz jedes Gärtners, achtet mensch heute wieder auf eine neuentdeckte Natürlichkeit bei der Pflanzenauswahl.
Und war früher Gartenarbeit vorallem anstrengend und belastend, sieht mensch die Arbeit an und mit der Natur heute wieder als Bereicherung seines Lebens.
Die Hinwendung zu mehr Natürlichkeit, kommt nicht von ungefähr. Wieder einmal ist der Mensch erst aus Schaden klug geworden – all die vielen mechanischen, aber vorallem chemischen Hilfsmittel, die die Gartenarbeit erleichtern sollten, hatten ihren Preis in einer verhängnisvollen Lebensfeindlichkeit, die am Ausbleiben von Schmetterlingen und Singvögeln am offensichtlichsten wurde.
So sind nun endlich auch in den Bereich des Gärtnerns biologische Grundgedanken eingezogen, die aber nach wie vor mit den alten, „leichten“ Lösungen konkurrieren müssen. Vorallem im Bereich „Schädlingsbekämpfung“ wird noch immer gerne und bedenkenlos auf die unheilvolle Chemie zurückgegriffen, dabei geht es auch ohne, wenn nur ein paar Grundsätze biologischen Gärtnerns beachtet werden:
  • Pflanzen sollten dem Standort und der Nutzung durch den Menschen entsprechen, wobei einheimische Arten bevorzugt werden,
  • durch eine entsprechende Anlage des Gartens, bzw. Gruppierung und Kombination von Pflanzen werden Hilfestellungen gegeben, die manchen späteren Eingriff überflüssig machen,
  • dadurch wird ein gänzlicher Verzicht auf chemische Pflanzenschutz- und synthetische Düngemittel möglich,
  • eine Unkraut- und Schädlingsbekämpfung erfolgt vorbeugend, oder wenn sie trotzdem nötig wird mechanisch und biologisch,
  • Mulchen, Kompostieren und das Sammeln von Regenwasser sind unverzichtbare ergänzende Tätigkeiten,
  • der Einsatz von vorhandenen, rohen Materialien, wie Holz oder Stein, fördert natürliche Prozesse,
  • die Vermeidung von Monokulturen erhöht die Vitalität des gesamten Gartens.
Die grundsätzlichen Überlegungen eines Bio-Gartens bauen auf der Nutzung natürlicher Abläufe auf, fördern gewollte Entwicklungen, geben Hilfestellungen und unterstützen durch kluge Eingriffe Vorgänge, die unseren Bedürfnissen und Vorstellungen entgegenkommen. Dabei lassen wir aber nie außer Acht, daß wir nicht die alleinigen Nutzer sind und andere Lebewesen ihre eigenen Ansprüche an einen Garten haben. Eine große Artenvielfalt schließt dabei auch immer das Vorhandensein von Schädlingen mit ein, die aber, wenn sie nicht überhand nehmen, keine ernshaften Schäden verursachen.
Mehr zu unseren eigenen Erfahrungen gibt es in einem folgenden Beitrag.  

siehe -> Gartenparadies Teil 2

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