Gartenparadies – Teil 2

Die eigenen Erfahrungen – wie versprochen (siehe -> Teil 1)

Um das Wort bio nicht weiter zu strapazieren, verwenden wir lieber den Begriff „naturnah“, obwohl uns eine Bezeichung aus dem Englischen am besten gefällt –   

Earth friendly gardening“ (dazu gibt es auch einen Blog).

Na gut, was machen wir also konkret?

  • schon vor einiger Zeit wurde der Benzinrasenmäher durch einen elektrischen ersetzt. Nicht nur daß der nun viel leiser ist, er verpestet die Luft auch nicht mit Abgasen. Der Rasen ist kein einheitlicher Grasteppich, sondern es wächst – und darf wachsen – was grün ist. Zu groß werdender Löwenzahn und Breitwegerich wird ausgestochen. Gänseblümchen (oder andere blühende Pflänzchen) lassen wir zur Auflockerung in Inseln jeweils einen Rasenschnitt überstehen und ein kleiner Mulchring um den Stamm von Obstbäumen und Ziergehölzen erleichtert das Mähen ungemein
  • alle chemischen Dünger und Pflanzenschutzmittel (ach wie harmlos „Pflanzenschutzmittel“ klingt, dabei waren das teilweise hochgiftige Pestizide) wurden entsorgt und neue werden nicht mehr gekauft. Bei der Abwehr der Schädlinge setzen wir auf Vorbeugung und meistens auf die Kräfte der Natur. Erstaunlich wie schnell sich oft Probleme von alleine regeln, nur im Frühjahr haben die Schädlinge einen zeitlichen Vorsprung und da greifen wir ein – mechanisch, durch einfaches Zerdrücken (was wenig appetitlich ist), durch Abwaschen der Pflanzen (hat uns schon oft geholfen), oder wenn wir keinen Ausweg sehen, oder die Pflanzen zu dicht stehen oder wachsen, durch Entfernen der befallenen Pflanzenteile
  • pflanzliche Abfälle werden am eigenen Komposthaufen zu neuer Erde kompostiert, seien es Küchenabfälle von Obst und Gemüse, Eierschalen (zerkleinert), Kaffeesatz von der Espressomaschine, oder eben die vielen Dinge, die im Garten anfallen, vom Rasenschnitt bis zu gehäckselten Zweigen der Obstbäume. Gelegentlich geben wir Sägespäne und Kalk dazu und im Herbst die anfallende Holzasche. Der Platz ist beschattet und besteht aus zwei Bereichen, um das Umsetzen zu erleichtern
  • der Rasenschnitt wird aber bevorzugt zum Mulchen eingesetzt. Dünn aufgetragen schützt er die Erde z.B. unter den Erdbeeren vor dem Austrocknen, hält die Früchte sauber und wird vom Bodenleben gerne verzehrt, aber auch im Glashaus wird gemulcht. Sobald die Lage verschwunden ist, wird wieder aufgetragen. Gemulcht wird auch mit Rindenmulch unter Rosen, aber auch bei den saure Bodenverhältnisse liebenden Hortensien und Azaleen
  • Unkraut jähten fällt kaum an, da einerseits gemulcht wird, was das Wachsen unerwünschter Pflanzen stark reduziert, wir andererseits in den dichten Staudenbeeten recht großzügig sind
  • Nacktschnecken sammeln wir ein und zerschneiden sie (das ist eindeutig die unerfreulichste Arbeit)
  • nur gegen die vielen Ameisen haben wir bis jetzt kein Mittel gefunden (wenn wer etwas weiß, wir sind sehr daran interessiert
  • Regenwasser wird in mehreren Regentonnen gesammelt
Das wären ein paar Tips wie es auch ohne Chemie geht, doch die beiden wichtigsten sind und bleiben Geduld und Rücksichtnahme. Geduld, weil die Natur selten in unseren Zeithorizonten denkt (so haben wir schon manche schöne Überraschung erlebt, nur weil eine Arbeit liegen geblieben ist) und Rücksichtnahme, weil auch Pflanzen ihre Ansprüche haben und der richtige Standort läßt die meisten Probleme erst gar nicht aufkommen.
Also, alles Gute im Garten und vergeßt all die Mittelchen und Zusätze und Spezial- und Wunderpreparate. Die Natur kommt ohne sie viel besser aus und die Käfer, Spinnen, Singvögel, Igel usw. werden es euch danken.
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