Die Milch, die Bauern, ihre Bezahlung und wir Konsumenten

Fair Trade ist mittlerweile einem Großteil der Bevölkerung ein Begriff, doch leider erfaßt diese wunderbare Initiative nicht die massiv unter Kostendruck stehenden einheimischen Bauern. Auch sie leiden unter einem starken Preisverfall für ihre Erzeugnisse, der vielfach in einer überzogenen Ausbeutung der Tiere und des Bodens endet.
Natürlich liegt es letztlich in der Verantwortung der Bauern, wie sie mit ihren Tieren umgehen, womit sie ihre Felder bearbeitet und viele geben ihren Hof lieber auf, als daß sie sich heutiger Methoden der Intensivlandwirtschaft bedienen, doch eine gewisse Verantwortung liegt auch bei uns Konsumenten.
Nun gibt es von der IG-Milch, dem „Verein österreichischer Grünland- und Rinderbauern“, eine eigene Initiative zur Milchvermarktung. Unter der Marke A faire Milch wird Milch in einer, patriotisch in Rot- und Weiß-Tönen gehaltenen Verpackung, in Supermärkten angeboten, die einen Preisaufschlag von 10,- Cent für die Bauern garantiert. Bei durchschnittlichen Milcherlösen von etwa 32,- Cent, wird mit diesem Aufschlag die alte IG-Milch Forderung nach einem kostendeckenden Milchpreis von 40,- Cent endlich erfüllt.
Für den einzelnen Konsumenten ist die Preisdifferenz nicht wirklich dramatisch und somit tragbar.
Die teilnehmenden Landwirte dürfen ausschließlich GVO-freie Futtermittel verwenden und akzeptieren eine freiwillige Mengenbegrenzung.
Erhältlich ist die „Faire Milch“ bei Spar, Zielpunkt und Nah&Frisch und weitere Verhandlungen laufen.
Was uns leider etwas die Freude an dieser Initiative nimmt, ist die Tatsache, daß es sich nicht um Milch mit Bioqualität handelt. Doch können auch Biobauern teilnehmen, da die 10,- Cent Aufschlag deutlich den durchschnittlichen Mehrertrag für Biomilch, der zwischen 4,- und 7,-Cent liegt, übersteigen.
Aber auch etablierte Molkereien setzen Zeichen. Kärntermilch, Tirol Milch oder die in die Schlagzeilen geratene NÖM haben sich auch der völligen „Gentechnikfreiheit“ verpflichtet. Wobei die NÖM einen freiwilligen Mehrpreis von 5,- Cent an die Bauern zahlt.
Wir österreichischen Konsumenten wünschen uns mit deutlicher Mehrheit gentechnikfreie Lebensmittel – Angebote gibt es – es liegt an uns, wozu wir im Regal greifen und was wir mit unserer Wahl unterstützen!
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2 Antworten zu Die Milch, die Bauern, ihre Bezahlung und wir Konsumenten

  1. kilian schreibt:

    und ich sage: ausbeutung muss grundlegend abgeschafft werden. wieso menschen unterstützen, die (andere) tiere ausbeuten?
    generell gegen ausbeutung. vegan schmeckt 🙂

  2. Gernot H. schreibt:

    Darüber würde ich gerne einmal mit dir diskutieren, denn meine Definition weicht von deiner sicherlich ab…

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