Nie wieder? – Oder schon wieder?

Autoritäre Regime und die Ausrichtung von sportlichen Großereignissen 

Ein diktatorisches Regime, das seine politischen Gegner verfolgt, das sich ganz generell um Menschenrechte nicht kümmert, das Meinungsfreiheit mit allen Mitteln bekämpft, das fremde Gebiete besetzt hält, das mit der Anwendung der Todesstrafe nicht zögert, dessen Macht auf dem skrupellosen Einsatz von Militär, Polizei und Geheimdienst beruht, das sportliche Erfolge mit Doping erkauft, aber sie vor allem propagandistisch ausschlachtet – so einem Land hat man schon einmal die Ausrichtung der Olympischen Spiele anvertraut – 1936, dem „friedliebenden“ nationalsozialistischen Deutschen Reich.

Ein Regime, das sich stützt auf Zwangsarbeit und Massenversklavung; ein Regime, das […] nur durch verlogene Propaganda existiert, wie soll ein solches Regime den friedlichen Sport und freiheitlichen Sportler respektieren? Glauben Sie mir, diejenigen der internationalen Sportler, die nach Berlin gehen, werden dort nichts anderes sein als Gladiatoren, Gefangene und Spaßmacher eines Diktators […].

(Heinrich Mann bei der Konferenz zur Verteidigung der Olympischen Idee am 6. und 7. Juni 1936 in Paris)

Und jetzt kommen die feinen Herren vom IOC wieder ins Spiel, erneut, so als ob nie etwas gewesen wäre – China, 2008.
Wieder zählen nur Macht und Geld und wieder werden die Sportler nur dümmliche Marionetten im Spiel der Herrschenden sein. „Das kommunistische Regime menschenverachtend? – wer glaubt das denn heute noch?“ (Amnesty International-Bericht, Reporters Sans Frontiéres-Bericht), Human Rights Watch-Bericht, bei all den tollen Wolkenkratzern in Schanghai, bei hypermoderner Magnetschwebebahn und extravagantem „Vogelnest“-Stadion, bei Absatzsteigerungen, Umsatzerwartungen, Gewinnen, Gewinnen, Gewinnen.
Schade, dass den „friedvollen“ Herrschern in Peking die gewaltsamen Unruhen im besetzten Tibet dazwischen kommen.
Was bemüht sich das „völkerverständigende“ IOC doch so schnell zu verlautbaren:

Blutige Proteste in Tibet – IOC-Präsident warnt vor Olympia-Boykott (siehe Bericht

Nein, bei diesen Spielen möchte ich nicht mitmachen, weder als Tourist noch als Zuseher! Propagandaspiele sollten nicht mehr stattfinden dürfen, zumindest das sollten wir aus diesem letzten, so blutigen Jahrhundert gelernt haben.

(Die Pyramide im Bild rechts ist übrigens eine Eigendarstellung des IOC – eine interessante Sichtweise finden wir).

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