Über die Freiheit der Marktwirtschaft

Sind Finanzmärkte „gleicher“ als andere Märkte? 

„Money makes the world go around“ – dieser überaus anmaßende Spruch sagt einiges aus in dieser verkehrten Welt, doch zunehmend wird das Geld der Klotz am Hals dieser Welt.
Wie die jüngste Erhöhung der Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigt, steht nicht die reale Wirtschaft mit der Güterproduktion und seinen Dienstleistungen im Mittelpunkt, sondern ausschließlich die Erhaltung des Geldwertes. Ausgelöst wurde der Schritt der EZB durch eine stark gestiegene Inflationsrate innerhalb der EU.
Was hat es mit der Inflation nun so aufsich?
Dazu ein Zitat aus der Online-Enzyklopädie Wikipedia:

Es verändert sich also das Austauschverhältnis von Geld zu allen anderen Gütern zu Lasten des Geldes. 

Die Auswirkungen für den Einzelnen bedeuten damit, dass die EZB nur darauf schaut, dass das Geldeinkommen, also das Kapitaleinkommen seinen Wert behält, nicht aber zum Beispiel das Lohneinkommen. Die meisten von uns verfügen aber über keine nennenswerten Kapitalreserven sondern sind auf ihre Löhne und Gehälter angewiesen.
Zitiere ich nun einen Bericht von Börse-online, so ergibt sich folgendes Bild:

Volkswirte rechnen deshalb mit einer beschleunigten Abschwächung der sich ohnehin abkühlenden Euro-Konjunktur […]
Auf der anderen Seite ist es höchst unwahrscheinlich, dass die EZB mit der Zinserhöhung die Inflation stoppen kann, kommt diese doch in erster Linie von kräftig gestiegenen Ölpreisen. Auf diese hat die EZB-Zinspolitik jedoch kaum Einfluss. Abwehren wird sie mit der geänderten Rhetorik und der nun bewiesenen Standfestigkeit jedoch eine vielfach befürchtete Lohn-Preis-Spirale. 

Abwehren konnte sie eine Lohn-Preis-Spirale, also eine Entwicklung bei der gestiegenen Ausgaben gestiegene Einkünfte gegenüberstehen, also höheren Preisen höhere Löhne. Sollen wir jetzt darüber froh sein, dass die Wirtschaft zusätzlich belastet wird, dass der Lohn an Kaufkraft verliert, aber wenigstens die Kapitaleinkünfte der Reichen und Überreichen gesichert bleiben?
Der Finanz- oder Kapitalmarkt hat seine eigenen Gesetze, wobei eigenartige geschäftliche Machenschaften, persönliche Bereicherung, Überwälzung von Verlusten auf die Allgemeinheit, Steuerhinterziehung usw. im Mittelpunkt stehen dürften, wie die Auswahl an Berichten zeigt:

Die Regeln und Richtlinien im Wirtschaftsleben, vor allem am Finanzmarkt sind gestaltbar und müssen so nicht sein. Was wir akzeptieren oder was wir uns gefallen lassen liegt an uns. Es gäbe viel zu verändern und es ist an der Zeit damit zu beginnen! 
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