Gegen ein Vergessen

Noch immer sind zehn Tierschützer in Untersuchungshaft

An dieser Stelle möchte ich mich bei der Journalistin Cornelia Krebs bedanken. Sie hat in der Ö1 Sendung „Journal-Panorama“ das sechste Sommergespräch, mit der Direktorin des Schönbrunner Zoos, Fr. Dr. Dagmar Schratter, geführt, das diesen Mittwoch zu hören gewesen war.
In einem „Gespräch über den Bildungsauftrag von Tiergärten, den Panda-Hype und das Glück oder Unglück von Zoo-Tieren“ (-> Hörprobe), hat Cornelia Krebs auch den Mut gefunden, das heikle Thema der zehn inhaftierten Tierschützer anzuschneiden.
Eingeleitet mit dem Hinweis, dass auch der Schönbrunner Tiergarten so seine Probleme mit Tierschützern hat, kam die Frage, ob Tierschützer denn so gefährlich sind, dass man sie einsperren müsse. Die Direktorin musste Stellung beziehen, auch wenn ihr das Thema hörbar unangenehm war.

Nur kurz zur Erinnerung – Ende Mai wurden zehn Tierschützer, nach Hausdurchsuchungen von übereifrigen Polizeispezialeinheiten, verhaftet und sind seither in Untersuchungshaft, ohne, dass ihnen konkrete Straftaten vorgeworfen werden. Das sind jetzt schon über zwei Monate Freiheitsberaubung durch staatliche Stellen. Vor allem die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat sich mittlerweile so in den Fall verstrickt, dass ein Rückzug ohne schwerster Eigenbeschädigung nicht mehr möglich ist. Somit muss nun einfach ein Fall konstruiert werden, auf Teufel komm raus.

Selbst die beiden japanischen Greenpeace-Aktivisten sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß, doch hier in Österreich gehen die Uhren anders. Denn mit den Verhaftungen erfolgte gleich ein massiver materieller Schlag gegen diverse Tierschutzvereine, der mit der Beschlagnahmung von Computern, Dateien, Telefon- und Fotoapparaten und den Verwüstungen die im Zuge der Hausdurchsuchungen von den ermittlenden Polizisten verursacht worden sind, ausgeführt worden ist.
Natürlich wird das vom zuständigen Innenministerium in Abrede gestellt, doch der ehemalige Leiter des Ressorts, der ehemalige Polizist Günther Platter, ist ja mittlerweile wieder als Landeshauptmann nach Tirol „geflüchtet“ und damit nicht mehr verantwortlich und seine Nachfolgerin, Maria Fekter, die als Pausenfüllerin bis zur kommenden Wahl herhalten muss, ist mit der Materie nicht vertraut. Eine schwere Enttäuschung ist die Justizministerin Maria Berger, die auch auf mehrfache Anfragen unsererseits, nur mit Schweigen reagiert hat. Anliegen der Staatsbürger dürften für sie keinen Stellenwert haben. Umfassende Infos gibt es unter anderem auf der Homepage des VGT.

Almende wird die Sache weiter aufmerksam verfolgen und ist schon gespannt auf die kommenden Entwicklungen.

Dieser Beitrag wurde unter Recht, Tierschutzprozess, vgt veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Gegen ein Vergessen

  1. Gernot H. schreibt:

    Leider, wie eine traurige Bestätigung, lese ich, dass sich die Justizministerin Berger nicht einmal Zeit für die Sorgen der inhaftierten Eltern genommen hat (-> Bericht)
    Almende ist prinzipiell nicht parteipolitisch, aber bei solchen Ministern (Justiz und Inneres) wünscht man sich, dass ihre Amtsperiode bald abgelaufen ist.

  2. Sandman schreibt:

    Operation Spring 2.0

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