Die Garten gegen den Garten

Gedanken zur Landesgartenschau in Tulln 

Die Stadt Tulln verändert sich und versucht sich neu zu präsentieren. Eine Möglichkeit hat sie heuer mit der Landesgartenschau erhalten.

Mit sehr viel Aufwand ist ein Umfeld im Auwaldgebiet zwischen Stadtzentrum und Rosenbrücke geschaffen worden, dass die Stadt weiter zur Donau hin öffnet. Das ist prinzipiell recht positiv, ob die gewählte Gestaltung mit Kanalbaggerungen und aufwendigen Stegen ökologisch gelungen ist, will ich hier nicht beurteilen. Zweifellos laden die Wege zum Spazieren im Auwald, zur Bewegung an der frischen Luft, zum Erleben dieses Naturraums ein.
Was nun die eigentliche Gartenschau betrifft, so ist sie, abgesehen vom gut durchdachten, kolossalen Aussichtsturm, enttäuschemd bieder ausgefallen. Die vielen kleinen Gartenparzellen, die unterschiedlichen Themen gewidmet sind, sind leider so willkürlich, so ohne Konzept aneinandergereiht, dass es als Besucher schwer ist zu erkennen, was präsentiert werden soll. Von Parzellen mit abstrakt-künstlerischem Anspruch bis zu einfachen Verkaufsflächen reicht das Spektrum.
Solche Ausstellungen funktionieren nur gut, wenn sie von einem Leitthema getragen werden, das sich durch die gesamte Schau zieht, das dann zwar Manches ausschließt, aber dem Besucher hilfreich zur Seite steht.
Was weiters aufgefallen ist, ist der Umstand, dass doch einige Konzepte nicht so aufgegangen sind, wie sie am Reißbrett geplant worden sind. Da stellt sich die Frage, ob ehemaliger Auwaldboden wirklich so ein geeigneter Standort für eine Gartenschau ist, denn so manche Wuchsleistung ist offensichtlich weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
So bleibt das enttäuschende Resümee, für einen Eintrittspreis von fast zehn Euro, nicht wirklich viel geboten bekommen zu haben. Ein Besuch einer der Großgärtnereien im Umfeld von Tulln kommt da deutlich billiger und liefert ähnliche Eindrücke.

Und wenn es schon um Alternativen geht, so kann ich nur einen Besuch im Botanischen Garten der Universität Wien am Rennweg empfehlen. Bei freiem Eintritt bekommt der Gartenfreund unvergleichlich mehr geboten.

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