Wofür wir Geld haben

Millardenbeträge aufzutreiben ist offenbar keine Schwierigkeit

Hunderte Milliarden hier, zig Milliarden da, zusätzliche Milliarden dort – man kann nur staunen, wie leicht und vor allem wie schnell da riesige Milliardenbeträge für glückspielhafte Fehlspekulationen aufgebracht werden. Weit kleinere Beträge für andere Problemfälle dieser Welt können seit Jahren nicht bereitgestellt werden. Hunger, Armut und Krankheiten sind den Entscheidungsträgern offensichtlich weit weniger Wert, als die in Gefahr geratenen Erträge und Renditen der Wohlhabenden.
Antwort eines Börsenmaklers auf die Frage, ob das heutige Finanzsystem nicht ein riesiges Pyramidenspiel sei – ein einfaches, entwaffnendes „Ja„. Und wovon hängen die Kurse ab? „Von Angst und Gier„.
Angst und Gier sind also die treibenden Kräfte des Finanzsystems, das eigentlich die Realwirtschaft nur unterstützen sollte. Und das in einem Bereich, der im Vergleich zu allen anderen Wirtschaftsbereichen extrem schwach reguliert ist.

Attac prangert die Fehlentwicklungen im Finanzsektor, die zur gegenwärtigen Krise geführt haben schon seit Jahren an. Niemand kann heute sagen, die aktuelle Krise kam überraschend. Warnungen gab es genügend, nur hören wollten es vor allem die Politiker nicht. Und gerade die werfen mit Milliarden jetzt nur so um sich.
Nur sind es nicht ihre Milliarden.
Diese Geldbeträge stellen eine massive Umverteilung von unten nach oben dar. Faszinierend, wie offen und unverblümt da Unterstützung eingefordert wird. Und die Hilfe kann nicht schnell genug kommen. Gerade noch wurde die absolut freie Marktwirtschaft verherrlicht, gerade noch wurde ein gnadenloser wirtschaftlicher Darwinismus gepredigt und nun, da die Glücksritter mit Verlusten konfrontiert sind, kann ihnen der Staat nicht schnell genug einspringen.
Millionen entlassener Arbeiter, zugrunde gerichtete Wirtschaftszweige, verlagerte Industrien sind Erscheinungen mit denen sich die Menschen abfinden sollten. Fallende Aktienkurse, schrumpfende Renditen, verminderte Erträge sind offensichtlich Dinge, für die der Staat sofort Ersatz bereitstellen soll und ich befürchte, er wird es auch tun.
Damit zeigt sich aber wieder einmal sehr deutlich, dass die heutigen Politiker nicht mehr die Interessen der Bevölkerung vertreten, sondern sich viel zu leichtfertig ins gemachte Bett von Geld und Macht gelegt haben.

P.S: Pyramidenspiele sind in Österreich nach §168a StGB seit 1. März 1997 eigentlich verboten

Dieser Beitrag wurde unter Wirtschaftspolitik abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s