Einen Bären aufbinden

Nur zwei von mehr als dreißig Bären haben im niederösterreichischen Ötschergebiet überlebt. Die anderen sind erschossen worden, illegal von Jägern (siehe Bericht).

Ich streiche hier das Wort Jäger wieder durch, denn beweisen kann man es im Moment nicht. Da sie aber die einzigen sind, die mit Schusswaffen im Gelände unterwegs sind, nehme ich nun einfach an, dass z.B. Wanderer keine Bären erwürgt, erschlagen oder sonst etwas mit ihnen gemacht haben. Dazu passt die selbstherrliche Aussage des niederösterreichischen Landesjägermeisters (nebenbei auch Generalanwalt von Raiffeisen) Christian Konrad, in einer Ö1 Radioreihe über die Jagd, dass „...die Akzeptanz der Bären in der Bevölkerung einfach nicht gegeben ist...“.

Herr Konrad meint wohl die Jägerschaft und verwechselt sie mit der Bevölkerung – welch kleines Missverständnis. Daher spricht er sich auch strikt gegen eine neuerliche Ansiedlung von Bären aus. Ach ja, zum Verschwinden der Bären meint er, dass „…der Lebensraum wohl nicht passend gewesen ist und die Bären wohl abgewandert wären...“. Bei so einem Landesjägermeister wundert mich wenig (nur zur Erinnerung -> Greifvogelabschuss in NÖ).

Na ja, Jagd und Naturschutz bleibt in NÖ auf vielen Gebieten wohl ein Widerspruch, auch wenn ich mich hier vor Verallgemeinerungen hüten möchte. 

Schade, es wäre zu schön gewesen, wenn ein wichtiger Teil der natürlichen Nahrungskette wieder einen Platz im niederösterreichisch-steirischen Grenzgebiet gefunden hätte. So bleibt zumindest die kleine Population in Kärnten, die Hoffnung für eine erfolgreiche Rückkehr der Braunbären gibt (dazu ein kurzer, aber sehr interessanter -> Artikel).

Nur zum Vergleich – in der benachbarten Slowakei gibt es Bären, im nahen Slowenien und in Kroatien gibt es sie, selbst Italien kann auf eine steigende Population von Bären verweisen.

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2 Antworten zu Einen Bären aufbinden

  1. Noah schreibt:

    Und vergleichbares geschieht nun in D mit den Wölfen:

    „Die junge Wölfin, die am 22.01.09 in einem Waldgebiet südlich des Tagebaues Reichwalde von einem Spaziergänger tot aufgefunden wurde, starb an einer Schussverletzung. Zu diesem Ergebnis kam das Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin nach der Untersuchung des Kadavers. Demnach wurde die Wölfin durch einen Bauchschuss tödlich verletzt, wobei das Tier offenbar nicht sofort starb, sondern mit den Verletzungen möglicherweise noch einen oder zwei Tage lebte. Der Wolf ist in Deutschland eine streng geschützte Tierart. Der illegale Abschuss eines Wolfes ist eine Straftat. Das zuständige Landratsamt wird Anzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft erstatten.
    Im Jahr 2009 sind in Sachsen bereits drei Wölfe tot aufgefunden worden, neben der geschossenen Wölfin, kamen zwei Wölfe durch Verkehrsunfälle ums Leben.
    Erstmals seit der Rückkehr der Wölfe nach Sachsen ist der Abschuss eines der Tiere nachgewiesen worden.“

    http://www.abschaffung-der-jagd.de/schlagzeilen/27209woelfininlausitzerschossen.html

  2. almende schreibt:

    Danke Noah für die Info.
    Bei diesen kleinen Populationen kann leider sehr leicht großer Schaden angerichtet werden.

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