Россия, Россия, Россия

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Gratulation an Russland zum Gewinn der Eishockeyweltmeisterschaft!

Eishockeyfan bin ich schon ewig – vielleicht weil ich aus Kärnten komme, wo die zugefrorenen Seen im Winter jede Menge Platz  für eigene Eishockeyspiele Bild 2boten, oder weil dieses Bundesland mit dem VSV und dem KAC zwei starke Mannschaften der österreichischen Bundesliga stellen (und darüberhinaus mit dem KAC den aktuellen, aber auch den Rekordmeister vorweisen kann). Egal, in meiner Jugend war ich Kanadafan. Leider elebte ich deren schlechteste Zeit mit und als ich dann die sowjetische Mannschaft bei der WM 1987 in Wien live erleben durfte, war mein Wechsel besiegelt.

Das tolle sowjetische Kombinationsspiel gegen „meine“ Kanadier, die davon in Momenten so überfordert waren, dass sie nicht einmal wussten welcher sowjetische Gegenspieler gerade den Puck hatte, ließen mich überlaufen und seit damals drücke ich der Sbornaja die Daumen. 

Und heuer haben sie es wieder geschafft, in einem tollen Spiel gegen Kanada.

Warum ich davon schreibe?

Weil mir das den Anlass bietet politisch zu werden.

Ich registriere nun schon seit Jahren eine Fehlentwicklung, die zumindest Missbehagen hervorruft. Die Außenpolitik der EU ist überschattet von amerikanischen Interessen. Letzter Anlassfall sind die Manöver in Georgien. Anders als es als Provokation zu bezeichnen, hieße den Kopf in den Sand zu stecken. Man/frau stelle sich so etwas auf Kuba oder in Venezuela vor – russische Truppen hielten dort ein Manöver ab, rein freundschaftlich natürlich…

Unter Gorbatschow wurde der Sowjetunion verprochen, die NATO nicht auszudehnen – die USA sind heute bestrebt Georgien und die Ukraine aufzunehmen. Die EU führt absurde Beitrittsverhandlungen mit der Türkei – Obama spricht sich offen dafür aus. Der Kosovo ist völkerrechtlich, na sagen wir einmal vorsichtig, bedenklich als eigener Staat anerkant worden – die USA waren federführend. Vom angeblichen Krieg gegen der Terrorismus in Afghanistan(!) – [wieviele afghanische Terroristen kennt ihr?] an dem die Europäer mitwirken will ich hier gar nicht schreiben.

Die EU schaut entweder tatenlos zu oder lässt sich vereinnahmen und zwar auf eine Art und Weise, dass mir zumindest übel wird. 

Weder in der Ukraine noch in Georgien sind die Machthaber die lupenreinen Demokraten, wie sie gerne dargestellt werden; auch die russische Innenpolitk macht mir keine Freude und Putin-Fan war ich noch nie (siehe dazu den Almendebeitrag aus dem Jahr 2006 „Wenn Hass verständlich wird…„), aber anstatt einen eigenständigen, selbstbewusst europäischen Kurs einzuschlagen, macht sich die EU zum Laufburschen der USA, einem Land, das (bei all meiner Liebe für das großartige Land) zuallererst seine eigenen Interessen vertritt (und da hat der Wechsel von Bush zu Obama nichts verändert, auch wenn Letzterer freundlicher zu sein vorgibt [wie war das mit der Straffreistellung aller folternden CIA-Beamten? oder warum gibt es nach wie vor Sanktionen gegen das kommunistische Kuba, aber keine gegen das kommunistische China?]).

Wir scheinen vergessen zu haben, dass Russland ein Teil Europas ist. Wenn wir keine eigene Basis mit den Machthabern im Kreml aufbauen und uns zum Beispiel aus dem aktuellen georgischen/amerikanischen Abenteuer heraushalten würden (und es gibt genügend Gründe die dafür sprechen, denn die Lage ist komplex und vielschichtig), könnte nach dem schon lange zurückliegenden Untergang der Sowjetunion endlich die alte Gegnerschaft begraben werden. 

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