Zahlenspielerei

Wir Menschen verursachen ja mit unserem Lebensstil eine Menge Dreck – einerseits ist das Müll, der irgendwo deponiert, verbrannt oder exportiert werden muss, andererseits ist das Abwasser, wovon täglich so 100 bis 150 l pro Person anfallen und die im Jargon der Kläranlagenbetreiber mit 1 EGW, also als einem Einwohnergleichwert, umschrieben werden.
Dies ist ein Themenbereich, mit dem wir uns deutlich mehr auseinandersetzen sollten – vor allem wenn ich beobachte, wie leichtfertig Dinge weggeworfen werden, wie sorglos entsorgt wird – ob wir uns da nicht mehr Sorgen machen sollten?

Na ja, wie auch immer.
Der Anlass dieses Artikels sind aber ein paar Vergleichszahlen, die mich dann doch sehr beeindruckt haben – drei Zahlen aus dem agrarischen Bereich, genauer gesagt aus der Massentierhaltung:

  • für ein Rind rechnet man mit 30(!) EGW,
  • für ein Schwein mit noch immer 25 EGW, und die Belastung
  • bei Intensivfischhaltung liegt bei 25 EGW pro Tonne Fisch.

Und das jeden Tag, das ganze Jahr. Diese Mengen wollen erst einmal entsorgt sein und die Kosten dafür werden natürlich gerne, wie heißt es heutzutage so schön, externalisiert.
Billige Massenware ist einfach nicht die Lösung unserer Ernährungsprobleme, sondern viel mehr ein Teil des nicht nachhaltigen Konsumverhaltens, das leider unsere gesamte Wirtschaftsweise prägt.

Billa hatte vor einigen Monaten am Beginn der neuen Werbekampagne mit der Kunstfigur Hausverstand die bemerkenswerte Aussage, dass ein Huhn für € 3,- oder weniger nicht produzierbar ist – vergleiche ich die Preise für ein Bio-Huhn mit € 10,- oder mehr wird der Unterschied deutlich, doch der Griff zum Bio-Fleisch wird schwerer.

Was bleibt, ist einerseits weniger Fleisch zu essen, das entlastet die Geldbörse und hilft der eigenen Gesundheit und ist andererseits das Bestreben den Tieren wenigstens ein erträgliches (oder gar halbwegs artgerechtes) Leben zu ermöglichen. Und das hat seinen Preis!
Das weiß die Wirtschaft übrigens schon lang – für wenig gibt es auch wenig – nur warum wir uns gerade im Bereich Lebensmittel mit dem letzten (wenigen) Dreck zufrieden geben, verstehe ich nicht wirklich…

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