Nachhaltig – was ist das?

Nachhaltigkeit ist zur Zeit überall zu finden – in den Reden von Politikern, in Aussendungen von Unternehmungen, in zeitgeistigen Sachbüchern, aber jeder scheint darunter ganz was anderes zu verstehen. Und letztlich ist dieser Begriff völlig wertneutral, auch wenn es in der gegenwärtigen medialen Präsenz nicht so erscheint. Nachhaltigkeit ist gut, ist grün, ist positiv, zeugt von Verantwortung, von Langfristigkeit, von Menschen, die sich um uns, die einfachen Bürger kümmern.

Nur so ist es nicht.

Nachhaltigkeit besagt eigentlich nur, dass etwas lange dauert, dass etwas „nach hält“, dass es Spuren hinterlässt.
So plündern wir Menschen z. B. gegenwärtig recht nachhaltig die fossilen Ressourcen dieses Planeten um sie für eine übersteigerte Mobilität zu verschwenden. Nachhaltig, weil die Kohle- oder Erdöllager, wenn sie verbraucht werden, sich eben nich mehr wieder füllen – was weg ist, ist weg. Sehr nachhaltig eben.
Die Wirtschaft träumt von nachhaltigem Wachstum, also immerwährendem Wachstum, was leider, oder zum Glück, nicht möglich ist. Wenn wir Menschen eines herausgefunden haben sollten, dann das, dass eben nichts, und schon wirklich gar nichts, ewig wachsen kann.

Nachhaltigkeit hat immer etwas mit Langfristigkeit zu tun. Da wir aber immer kurzfristiger denken und handeln stellt sich die leidige Frage wann etwas schlagend wird.
Peakoil und die folgende dramatische Preissteigerung für Erdöl – hatten wir das schon, nähern wir uns dem oder haben wir dafür noch zwanzig, dreißig Jahre Zeit?
Und wenn der Ölpreis erst in dreißig Jahren explodiert, soll ich heute schon meine Ölheizung umstellen, auf ein eigenes Auto verzichten und Flugreisen vermeiden, oder bin ich einfach dumm und blöd, wenn ich mir das mühselige Bahnangebot reinziehe, mir teureren Ökostrom leiste, versuche meinen Footprint zu verringern, während rundherum das vermeintliche Glück mit ganz anderen Handlungsweisen erzielt wird?

Gegenwärtig plündern und verschmutzen wir Menschen diesen Planeten gerade recht nachhaltig.
Doch selbst diese Aussage ist, verändert man die Zeitachse nur entsprechend, nicht wirklich richtig. Was bedeutet das menschliche Treiben schon im Angesicht von Millionen von Jahren? Da wirken Kräfte, da laufen Prozesse ab, die jenseits unseres Vorstellungsvermögens sind.

Zum Thema Nachhaltigkeit ein kurzes Interview mit Dennis Meadows auf Oekonews ->

Nachhaltige Entwicklung

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Nachtrag 1 zum Artikel Motivation:

Das Europäische Parlament hat die stärkere Einbeziehung des Umweltschutzes in die GAP (gemeinsame europäische Agrarpolitik) gefordert (-> siehe Artikel)
Auch da ist übrigens von einer nachhaltigen Landwirtschaftspolitik die Rede.

Nachtrag 2 zum Artikel Ein überflüssiges Logo:

Das neue Europäische Bio-Logo ist nun fix. Wenig überraschend sind es die europäischen Sterne geworden (-> siehe Artikel). Ob es sich besser behaupten wird als das alte Logo, wird wohl die Zukunft weisen.

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