Bio und fair

Warum ich bio und fair kaufe?

Wer sich nur ein wenig mit den Veränderungen beschäftigt, die in der österreichischen/europäischen Landwirtschaft in den vergangenen 50 Jahren stattgefunden haben, muss einfach erkennen, dass diese Entwicklungen kurzfristig „günstiger“ sind, uns langfristig aber mit Problemen überhäufen, die wir einfach nicht verdient haben.
Klar kann ich das Letzte aus dem Boden rausholen, ihn noch einmal mit Dünger aufputschen, aber ein vielfältiges Bodenleben, eine gesunde Bodenkrume werde ich damit nicht erhalten.
Klar kann ich das Letzte aus den Tieren rausquetschen, sie hochzüchten mit dem einzigen Kriterium der Produktionsleistung, aber gesunde, widerstandsfähige Tiere werde ich so nicht erhalten.
Und wer gesunde Lebensmittel will kann sich nicht an der Frage vorbeidrücken wer wohl (und vor allem wie) diese Produkte produziert. Wessen Hände jäten, pflücken, graben, gießen, pflegen, ernten…

Bio ist da anders und zwar weltweit, ohne Einschränkungen und es ist überall anwendbar, ohne Einschränkungen. Und für die, die bei der aktuellen Wohlstandsverteilung dieses Planeten nicht auf der Sonnenseite aufgewachsen sind, bietet Fairtrade eine Einstiegsmöglichkeit für eine bessere, weil gerechtere Zukunft.

Und das wird für mich zur Zeit bei all der Diskussion über den Klimawandel und der überall angestrebten CO2 Neutralität gerne etwas beiseite gedrängt – für viele Bauern in Afrika oder Südamerika ist der Export ihrer Bio- oder Fairtradelebensmittel der Unterschied zwischen leben und eine Zukunft haben oder von Tag zu Tag dahinvegetieren, ohne Aussicht auf Verbesserung.

Die FAO bestätigt das wieder in einem neuen -> Bericht.

Und da sich der FAO-Bericht nur mit Afrika beschäftigt, hänge ich als Beispiel gleich einen Link zur equadorianischen Fairtrade Organisation an.

Ich weiß aus vielen Diskussionen, dass die Bemerkung „wir leben auf Kosten anderer“ meist empört zurückgewiesen wird. Doch die Realität schaut leider anders aus. Nur dieses Bewusstsein beginnt sich langsam zu ändern.
Das zeigt auch ein aktueller Bericht der deutschen Nachrichtensendung „Report Mainz“ mit dem bezeichnenden Titel „Vertreibung für deutsche Bioprodukte“. (Der Link verknüpft direkt zur ARD-Mediathek – wer lieber eine kurze Zusammenfassung liest, die gibt es auf der SWR-Homepage).
Toll an diesem Beitrag ist das Einfordern einer globalen Sicht der Dinge und damit das Wahrnehmen einer globalen Verantwortung. Palmöl war früher ein beliebtes Grundprodukt für viele Biolebensmittel und ein willkommenes Geschäft für manch arme Weltregion des Südens (siehe Bericht -> „Palmöl aus Ghana“). Nur seit es sich zum großen Geschäft mausert, verkehrt sich die Lage und wird vom Traum zum Alptraum.

Bio und Fairtrade sind anders und müssen auch anders bleiben – auch wenn es nicht leicht fällt und alles andere als einfach ist!

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