Radausflugstip

Ich bin liebend gerne mit dem Rad unterwegs, weil man einerseits umwelt- und körperfreundlich mobil ist, Wege benutzen kann, die Kraftfahrzeugmobilisierten verschlossen sind, man aber andererseits doch weitere Strecken zurücklegen kann als zu Fuß. In Kombination mit der Eisenbahn eröffnet es Möglichkeiten, die man mit einem Auto nicht hat!

Darum heute einmal in Tip für einen Radausflug der eigentlich keiner ist, denn die umweltfreundliche Mobilität ist in Österreich selbst in Nationalparks nicht willkommen (Autos übrigens schon). Auf einem Teil der Route muß man offiziell das Rad schieben, denn es besteht ein Radfahrverbot (denkt daran).
Die Route befindet sich fast im östlichsten Teil Österreichs, führt am Rand des Nationalparks Donauauen entlang und in Kombination mit der Eisenbahn führt sie von Bad Deutsch-Altenburg (S 7) nach Marchegg (S 80) (oder umgekehrt, je nach Lust und Laune). Anfangs- und Endpunkt bilden jeweils Bahnstationen. Die Streckenlänge beträgt gute 20 km, wird mit allen Abstechern doch deutlich länger, ist aber für Sportfahrer dennoch völlig ungeeignet, weil viel zu kurz. Aber ich will hier alle Naturbegeisterten ansprechen und deswegen ist ein Fotoapparat oder ein Fernglas sehr zu empfehlen.
Die Donau- und die Marchauen sind die begleitende Kulisse auf einer Seite, aber auch weite, offene (teilweise leider intensiv bewirtschaftete) Felder und Wiesen auf der anderen. Vor allem befindet sich die Strecke meist abseits jeglichen Verkehrslärmes – weder Straßen-, noch Flugzeuglärm (wie etwa im Bereich des Nationalparks Donauauen in der Unteren Lobau). Der Weg nutzt meist den Hochwasserschutzdamm entlang von March und Donau und ist nicht asphaltiert aber für einen Feldweg in gutem Zustand.
Ausgehend von Bad Deutsch-Altenburg am südlichen Donauufer, ein Abstecher nach Hainburg (Braunsberg, Schloßberg) bietet sich an, führt die Strecke über die Donaubrücke ans nördliche Ufer. Eigentlich biegt man am Ende der Brücke nach rechts auf den Damm ab (und hier besteht für ein paar Kilometer das bereits erwähnte [unsinnige] Fahrradfahrverbot), aber auch hier bietet sich ein kurzer Abstecher (nach links) nach Stopfenreuth in den Nationalpark Donauauen an.
Rechts geht es in die südöstlichste Ecke des Marchfeldes nach Markthof. Weit und breit keine Straßen, dafür eine natürliche Ruhe, die vom Gezwitscher der unzähligen Vögel und vom Summen und Brummen der diversen Insekten erfüllt ist. Birder werden ihre Freude haben, sind doch auch die unterschiedlichsten Greifvögel zu beobachten – vom stattlichen Adler zum wendigen Falken. Und Pflanzenfreunde finden so viele Arten, daß an ein zügiges Weiterkommen nicht zu denken ist – aber das ist sowieso nicht unser Vorhaben.
Rußbach und Stempfelbach durchziehen das Gebiet und dort, wo sie naturnah gestaltet sind muß einfach Zeit zum Staunen und Beobachten sein. Wer will fährt vor Markthof rechts das kurze Stück zur Marchmündung in die Donau und blickt auf die vis-a-vis gelegenen Reste der Burg Theben. Die Strecke führt nun entlang der March und Abstecher in die eigenen Marchauen sind vielfach möglich.
Nördlich von Markthof, auf der Höhe von Schloßhof (wer mag kann die imposante ehemalige Anlage des Prinzen Eugen von Savoyen besichtigen), beginnt nach dem Querdamm, der zur neun, noch nicht eröffneten Fußgänger/Fahrradfahrerbrücke über die March führt, eine der reizvollsten Landschaften an der Unteren March, die Lange Luss. Das Gebiet reicht bis Marchegg und ist ein Paradies für Amphibien (Stichwort Urzeitkrebse, aber nicht nur) und Wasservögel. Nördlich unseres Endpunktes in Marchegg/Bahnhof befindet sich in der eigentlichen Ortschaft Marchegg eine eigene Storchen- und Reiherkolonie (mit Aussichtswarte) in einem kleinen WWF-Schutzgebiet, das zu erkunden sich lohnt.

Marchegg/Bahnhof und die eigentliche Ortschaft Marchegg sind etwa 4km von einander entfernt. Mit dem Rad relativ schnell zu überwinden, zu Fuß doch schon ein schöner Marsch. Aber wir wollen es nicht übertreiben, ein Ausflug wird sowieso nicht reichen, um sich an alle Kostbarkeiten zu erfreuen.

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