Buchclub 10 – „Wälder, die wir töten“ von Emmanuelle Grundmann

Emmanuelle Grundmann ist Primatenforscherin und Präsidentin des französischen Jane-Goodall-Institutes. Damit hat sie aufgrund ihrer Forschungstätigkeit zwangsweise viel mit den Veränderungen in den tropischen und subtropischen Wäldern, der Heimat vieler Affen, zu tun.

buchNun hat sie ein engangiertes Buch „Über Waldvernichtung, Klimaveränderung und menschliche Unvernunft“ vorgelegt. Das deckt natürlich sehr viel ab und Vieles kann dadurch nur angerissen werden. Das ist vielleicht eine Schwachstelle des Buches, doch mit über 300 Seiten ist das Buch ohnehin nicht dünn und wäre bei einer umfassenden Darstellung aller komplexen Zusammenhänge ein schwerer Wälzer geworden, der wohl mehr Leute abschreckte, als interessierte Leser anzuziehen.

So dient es als Einstieg in ein Metier das uns alle betrifft und tropische Regenwälder sind nicht die einzigen Wälder, die nicht nachhaltig bewirtschaftet sondern für billiges Zeitungspapier oder Bauholz geplündert werden.

Laut Emmanuelle Grundmann verschwinden weltweit jährlich 16 Mio ha Urwald – im Vergleich dazu, Österreich verfügt über insgesamt etwa 4 Mio ha Wald und laut WWF-Österreich ist im Amazonasgebiet letztes Jahr etwa diese Fläche gerodet worden. So bleibt neben der bedrohten Tropenwaldzone in Zentral- und Westafrika, vorallem Südostasien mit dem indonesischen Archipel, in dem sich zur Zeit die größten Walszerstörungen abspielen.

Für alle Interessierten hier noch der Link zum World Rainforest Movement für weitere Informationen.

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3 Antworten zu Buchclub 10 – „Wälder, die wir töten“ von Emmanuelle Grundmann

  1. andrejo schreibt:

    Ja, es ist wahrhaftig ein Graus, was mit den Wäldern der Erde gemacht wird. Geplündert, zerstört, verbrannt, zu Gartenstühlen zersägt…und der Rest dann für 3 Jahre „brauchbares“ Ackerland, oder Weiden für die Rindviecher von McDonalds und Burger King (was für ein geniales Wortspiel, nicht wahr?).
    Die grünen Lungen der Erde, dem Kommerz geopfert, quasi herausgerissen. Jeder weiss, dass wir sie brauchen, niemand ist bereit dafür zu kämpfen. Geschwafel heisst die Devise!
    Aber auch hier in Mitteleuropa ist es auch nicht besser. Zwar wird hier oftmals aufgeforstet, nachdem ein wald abgeholzt wurde, aber meist mit schnellwachsenden Gehölzen, nicht mit dem Mischwald und den Bäumen, die üblicherweise dort wachsen würden. Dadurch verändert sich auch die Bodenzusammensetzung, das Mikroklima und das ganze Biosystem. Bäume sind also nicht gleich Bäume, das darf man auch nicht vergessen.
    Jeder Baum, jeder Wald ist ein eigenes lebendiges Ökosystem und jede Änderung, sei sie auch noch so klein, hat Auswirkungen auf das gesamte System. Aber darüber spricht man nicht so gern!

    Liebe Grüße von andrejo/Thialfi

  2. almende schreibt:

    Hallo andrejo!

    Zu deinem Kommentar möchte ich nur einen Gedanken hinzufügen –
    wenn bei uns ein Sturm Fichtenmonokulturen umwirft wird von einer Naturkatastrophe gesprochen – geschah die eigentliche Katatstrophe nicht früher?

    Alles Gute

  3. andrejo schreibt:

    Zweifellos, da kann ich Dir nur zustimmen. Die Katatrophe geschah, als der ursprüngliche Wald abgehauen und in die Kohlenmeiler gesteckt wurde…
    lg andrejo/Thialfi

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