…und aus!

Heute beende ich das Projekt „Almende“ endlich offiziell. Geruht hat es ja schon eine längere Zeit.

Danke, allen Lesern – es waren nicht all zu viele, aber ein beständiges, kleines Aufkommen hat es doch gegeben.

Mein Leben hat sich weiterentwickelt und damit die Anforderungen an mein Zeitbudget.

Außerdem habe ich doch über sehr viele mir wichtige Themen schreiben können und so hat sich eine gewisse thematische Erschöpfung breitgemacht. Meine persönlichen Umstellungen, sei es zu Biolebensmittel oder Fairtradeprodukten, sei es bei der alternativen Mobilität oder beim Ökostrombezug sind lange her und so zum selbstverständlichen Alltag geworden. Die Themen die mich nun beschäftigen, würden eine Neupositionierung von Almende nötig machen. Und das halte ich für keine gute Idee.

„Almende“ ist oder besser gesagt war ein wichtiger Teil meines Lebens und so möchte ich es auch abschließen.

Noch einmal einen herzlichen Dank an alle da draußen und alles Gute!

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Kennst du Gelbstein?

In Österreich ist die Ansicht weit verbreitet, dass eine englische Bezeichnung einer deutschen überlegen ist. Egal für welche Initiative oder für welches Projekt, Englisch wird für modern, ausgefallen oder besonders kreativ gehalten.

So verwundert es auch nicht, dass selbst deutsche Eigennamen immer häufiger auch übersetzt werden, selbst wenn es gar keine entsprechenden englischen Begriffe gibt.

Zwei aktuelle Beispiele aus dem mir nahestehenden Naturschutzbereich sollen meine Aussage verdeutlichen:

  • so wird aus dem Kalkalpen-Nationalpark plötzlich ein Limestone-National Park, wobei Limestone korrekterweise mit Kalkgestein zu übersetzen wäre und es einen Kalkgestein-Nationalpark eben nicht gibt;
  • aus dem Donauauen-Nationalpark wird entweder ein Danube-National Park, oder eine andere Variante spricht vom Danube Floodplain-National Park. Im Englischen gibt es eben kein entsprechendes Wort für Auen und so wird aus Donauauen-Nationalpark plötzlich ein reiner Donau-Nationalpark oder ein Donau Überschwemmungsgebiet-Nationalpark. Beides trifft nur eben nicht zu.

Umgekehrt übersetzen diese übereifrigen Mitmenschen englische Namen jedoch nicht. Warum zum Beispiel nicht vom weltberühmten Gelbstein-Nationalpark (Yellowstone-National Park) oder vom Todestal-Nationalpark (Death Valley-National Park) die Rede ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Abgesehen davon, dass die übersetzten Namen zum Teil einfach unzutreffend sind, stehen die sie ja auch für etwas, stellen so etwas wie eine Marke dar und könnten, bei richtigem Gebrauch, mehr sein, als reine regionale Orts- oder Gebietsbezeichnungen. Aber dazu bräuchte es Selbstbewusstsein und wahrscheinlich ein grundlegend anderes Selbstverständnis.

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…Innen

Heute ist mir erstmals etwas aufgefallen – aber dazu muss ich etwas ausholen.

Ich verstehe den Wunsch mancher Frauen bei allgemeinen Bezeichnungen explizit auch erwähnt werden zu wollen. In welcher Form auch immer. Die Bezeichnungen liegen ja meist in männlicher Form vor. Eine wirklich elegante Lösung gibt es ja dafür nicht. Auch die Binnen-„I“-Lösung ist nicht der Renner, weil was einfach geschrieben ist, kann nur schwer entsprechend gelesen oder ausgesprochen werden.

Generell die weibliche Form zu verwenden und somit umgekehrt zur bisherigen Verwendung der Begriffe Männer auch zu meinen, funktioniert zumindest bei mir nicht. Höre ich die weibliche Form denke ich nur an Frauen.

Die Diskussion um die richtige, alle einbeziehende Bezeichnung ist möglicherweise wichtig – aber heute ist mir so richtig aufgefallen, dass sie keine Integration bewirkt, sondern das Gegenteil.
Bei den allgemeinen (männlichen) Bezeichnungen hatte ich bisher keine konkreten Vorstellungen. Das mag jetzt für manche naiv klingen, aber der oft vorgebrachte Einwand, dass eben nur Männer gemeint seien, traf zumindest für mich nicht zu.

Und genau das ist mir heute erstmals passiert – durch das ständige darauf hingewiesen werden (ob berechtigt oder nicht) dürfte sich meine Wahrnehmung verschoben haben. Bei der Erwähnung eines allgmeinen Begriffes in seiner männlichen Form, entstand des erste Mal bewusst das Bild, dass nur Männer gemeint seien!

Ich finde das schade, weil das Trennende betont wird. Ich halte nach wie vor nichts von der Mars-Männern und Venus-Frauen Kategorisierung. Wenn eben nicht erhoben wird was Mann und Frau gemeinsam haben, sondern nur das was sie trennt und dann noch sehr simplifizierend kategorisiert wird, kann ich mit meinem Weltbild nur mehr abseits stehen. Gerade vor ein paar Tagen wurde auf Ö1 eine Forscherin vorgestellt, die „eindeutige“ biologische Belege für unterschiedliche Hirnaktivitäten bei Mann und Frau festgestellt hat. Spontan fiel mir dazu nur ein wie sie denn Ursache und Wirkung auseinander gehalten hat, bzw. wie sie, wenn das biologisch so festgelegt ist, Abweichungen erklärt? Das wurde leider im Interview nicht angesprochen.

Aber es wird wohl das wahrgenommen worauf der Fokus gelegt wird und Unterschiede verkaufen sich zur Zeit einfach besser.

In einem größeren Kontext gesehen habe ich das ungute Gefühl, dass auch generell, also zum Beispiel gesamtgesellschaftlich nicht mehr aufeinander zugegangen, das Gemeinsame, der Konses gesucht, die Kompromissbereitschaft gefördert wird, sondern die Eigen- oder Partialinteressen betont werden. Damit kommt es zu einer Polarisierung die Konflikte nicht beilegt sondern sie schürt.

Ob das gut ist?

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Radausflugstip

Ich bin liebend gerne mit dem Rad unterwegs, weil man einerseits umwelt- und körperfreundlich mobil ist, Wege benutzen kann, die Kraftfahrzeugmobilisierten verschlossen sind, man aber andererseits doch weitere Strecken zurücklegen kann als zu Fuß. In Kombination mit der Eisenbahn eröffnet es Möglichkeiten, die man mit einem Auto nicht hat!

Darum heute einmal in Tip für einen Radausflug der eigentlich keiner ist, denn die umweltfreundliche Mobilität ist in Österreich selbst in Nationalparks nicht willkommen (Autos übrigens schon). Auf einem Teil der Route muß man offiziell das Rad schieben, denn es besteht ein Radfahrverbot (denkt daran).
Die Route befindet sich fast im östlichsten Teil Österreichs, führt am Rand des Nationalparks Donauauen entlang und in Kombination mit der Eisenbahn führt sie von Bad Deutsch-Altenburg (S 7) nach Marchegg (S 80) (oder umgekehrt, je nach Lust und Laune). Anfangs- und Endpunkt bilden jeweils Bahnstationen. Die Streckenlänge beträgt gute 20 km, wird mit allen Abstechern doch deutlich länger, ist aber für Sportfahrer dennoch völlig ungeeignet, weil viel zu kurz. Aber ich will hier alle Naturbegeisterten ansprechen und deswegen ist ein Fotoapparat oder ein Fernglas sehr zu empfehlen.
Die Donau- und die Marchauen sind die begleitende Kulisse auf einer Seite, aber auch weite, offene (teilweise leider intensiv bewirtschaftete) Felder und Wiesen auf der anderen. Vor allem befindet sich die Strecke meist abseits jeglichen Verkehrslärmes – weder Straßen-, noch Flugzeuglärm (wie etwa im Bereich des Nationalparks Donauauen in der Unteren Lobau). Der Weg nutzt meist den Hochwasserschutzdamm entlang von March und Donau und ist nicht asphaltiert aber für einen Feldweg in gutem Zustand.
Ausgehend von Bad Deutsch-Altenburg am südlichen Donauufer, ein Abstecher nach Hainburg (Braunsberg, Schloßberg) bietet sich an, führt die Strecke über die Donaubrücke ans nördliche Ufer. Eigentlich biegt man am Ende der Brücke nach rechts auf den Damm ab (und hier besteht für ein paar Kilometer das bereits erwähnte [unsinnige] Fahrradfahrverbot), aber auch hier bietet sich ein kurzer Abstecher (nach links) nach Stopfenreuth in den Nationalpark Donauauen an.
Rechts geht es in die südöstlichste Ecke des Marchfeldes nach Markthof. Weit und breit keine Straßen, dafür eine natürliche Ruhe, die vom Gezwitscher der unzähligen Vögel und vom Summen und Brummen der diversen Insekten erfüllt ist. Birder werden ihre Freude haben, sind doch auch die unterschiedlichsten Greifvögel zu beobachten – vom stattlichen Adler zum wendigen Falken. Und Pflanzenfreunde finden so viele Arten, daß an ein zügiges Weiterkommen nicht zu denken ist – aber das ist sowieso nicht unser Vorhaben.
Rußbach und Stempfelbach durchziehen das Gebiet und dort, wo sie naturnah gestaltet sind muß einfach Zeit zum Staunen und Beobachten sein. Wer will fährt vor Markthof rechts das kurze Stück zur Marchmündung in die Donau und blickt auf die vis-a-vis gelegenen Reste der Burg Theben. Die Strecke führt nun entlang der March und Abstecher in die eigenen Marchauen sind vielfach möglich.
Nördlich von Markthof, auf der Höhe von Schloßhof (wer mag kann die imposante ehemalige Anlage des Prinzen Eugen von Savoyen besichtigen), beginnt nach dem Querdamm, der zur neun, noch nicht eröffneten Fußgänger/Fahrradfahrerbrücke über die March führt, eine der reizvollsten Landschaften an der Unteren March, die Lange Luss. Das Gebiet reicht bis Marchegg und ist ein Paradies für Amphibien (Stichwort Urzeitkrebse, aber nicht nur) und Wasservögel. Nördlich unseres Endpunktes in Marchegg/Bahnhof befindet sich in der eigentlichen Ortschaft Marchegg eine eigene Storchen- und Reiherkolonie (mit Aussichtswarte) in einem kleinen WWF-Schutzgebiet, das zu erkunden sich lohnt.

Marchegg/Bahnhof und die eigentliche Ortschaft Marchegg sind etwa 4km von einander entfernt. Mit dem Rad relativ schnell zu überwinden, zu Fuß doch schon ein schöner Marsch. Aber wir wollen es nicht übertreiben, ein Ausflug wird sowieso nicht reichen, um sich an alle Kostbarkeiten zu erfreuen.

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TV

Ich war müde und dachte mir, „laß dich doch mal wieder vom TV berieseln“.

Na gut, erster Sender – Müll, zweiter Sender, ebenso – usw.  – bis ich in eine Diskussion über unsere Schulen gestolpert bin.

ATV „Wird Österreich immer dümmer? Was läuft falsch an unseren Schulen?“ – eigentlich gehen mir solche Diskussionen mittlerweile auf die Nerven, weil sich keiner getraut die Wahrheit anzusprechen, aber dem Moderator „entkommt“ eine richtige Frage auf die Aussage eines Diskussionsteilnehmers, daß „die Anforderungen gestiegen sind…“

„Welche Anforderungen sind denn gestiegen? Wenn wir hören, daß ein Drittel nicht richtig lesen kann…“.

„Das persönliche Umfeld hat sich verändert, mit der Einführung der Informationstechnologie haben sie mehr Zugang zu Informationen…“

„Aber das spricht ja dafür, daß es leichter geworden ist…“

Auf die ausweichende Antwort ist er leider nicht eingegangen, bzw. hat nicht nachgehakt und die Diskussion war sehr schnell wieder im Wolkenkuckucksheim.

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Unsustainable consumption – the mother of all environmental issues?

Auszüge aus einem Bericht der European Environment Agency:

Some facts about consumption

  • Europe consumes more resources than most other regions. An average European citizen uses about four times more resources than one in Africa and three times more than one in Asia, but half (!) of one in USA, Canada or Australia
  • Resource use in Europe is increasing. Resource use per person increased by 9.1% in the EU-27 between 2000 and 2007, reaching some 17 tonnes per person annually.
  • 87% of EU citizens agree that Europe could use its natural resources more efficiently, and 41% think that their household produces too much waste.
  • Europeans use more and more space to live on. The average floor area of dwellings increased from 81 to 87 m² since 1990, while the number of people per household decreased from 2.8 to 2.4.
  • Europeans travel more kilometres by car. Although cars on average become more fuel-efficient, overall fuel consumption for private cars does barely go down, mainly because more kilometres are driven.
  • An estimated 89 million tonnes of food ends up as waste each year in the EU. This is roughly 180 kg per citizen, wasted in households, manufacturing, shops and restaurants.
  • Current consumption leads to unsustainable waste levels. In 2008, every citizen on average threw out 444 kg of household waste, and indirectly generated 5.2 tonnes of waste in the European economy. And this is just in the EU – no data are available on waste generated from producing products and materials imported from other regions.

Wir wissen also was schief oder falsch läuft – nur keiner will den ersten Schritt einer Wende machen, also leben wir so weiter wie bisher und tun so, als ob wir von nichts wüssten. Ein paar Jahre sollte es wohl noch reichen und dann sind hoffentlich wir nicht mehr gefordert.

Ob das ein gutes Verhalten ist?

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Der Kongo, dein Handy und du

Da brauche ich nicht viele Worte zu verlieren –

einfach anschauen und selber ein wenig darüber nachdenken:

Blood in the Mobile aus der Arte-Videothek

Weil wir, ob es uns gefällt oder nicht, uns leider doch auf Kosten anderer Menschen unseren Lebensstandard sichern.

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