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Motivation

Ja, ja, ich weiß, in letzter Zeit finden sich ein bißchen viele Links zu Videos, aber im Moment habe ich privat selbst viel zu tun und so werde ich auch heute mehr oder weniger nur auf ein Video hinweisen. Die Amerikanerin Claire Hope Cummings hat ein kritisches Buch über Gentechnologie und Landwirtschaft geschrieben “Uncertain Peril” und in diesem ersten Teil eines vierteiligen Interviews mit ihr, spricht sie auch über ihre grundlegende Motivation sich in diesem Bereich zu engagieren. Und zu dieser Motivation kann ich nichts mehr hinzufügen – Naturschutz ohne sich mit dem gegenwärtigen landwirtschaftlichen System auseinanderzusetzen geht nicht.

Ein Radiotip

Diese Woche im Radiokolleg auf Ö1:

Die Welt als Casino

Von heute bis Donnerstag sind jeweils um 09:05 bzw. als Wiederholung um 22:15 etwa halbstündige Beiträge zum Themenbereich Finanzkapitalismus zu hören. Zusammenhänge, Auswirkungen, Mechanismen, Gefahren und was das alles mit unserem alltäglichen Leben zu tun hat. Einfach hörenswert!

Nicht hier

Das Thema Landwirtschaft ist sehr komplex aus verschiedenen Gründen. Einer der wichtigeren ist einfach die Verschiedenartigkeit unter welchen Gegebenheiten gewirtschaftet werden muss. Allein in Österreich unterscheidet sich die Situation eines Marchfeldbauern grundlegend von der eines Bauern im alpinen Bereich. Und die Situation beider hat wenig zu tun mit den gänzlich anderen Rahmenbedingungen beispielsweise in Ostdeutschland oder in Holland.

So ist es ganz hilfreich über den eigenen Tellerrand zu blicken, denn Veränderungen in der Landwirtschaft werden zum Beispiel in den USA mit erschreckender Kompromisslosigkeit umgesetzt. Die klassischen Familyfarms, also die traditionellen bäuerlichen Familienbetriebe, die aufgrund ihrer Größe nie mit den kleinstrukturierten österreichischen Bauernhöfen zu vergleichen waren, geraten dort immer mehr unter Druck der Corporatefarms, also Agrarbetrieben, die rein nach unternehmerischer Gewinnmaximierung betrieben werden.

Dazu Teil eins der dreiteiligen amerikanischen Doku “As We Sow”:

Das Lippenbekenntnis

Die Riege der ÖVP-Minister scheint relativ jung zu sein und daher könnte man sich eine gewisse Aufgeschlossenheit Neuem gegenüber (auch wenn das gar nicht mehr so neu ist) erwarten. Diese 40- oder 5o-Jährigen scheinen aber, wie es in Österreich immer deutlicher zu spüren ist, extrem konservativ und rückwärtsgewandt zu sein.

Neue Mittelschule – nein, Erfüllung der Klimaziele – nein, Reformen im Hochschulbereich – nein, adäquate Förderung von alternativen Energieproduzenten – nein, generelle steuerliche Absetzbarkeit von Spenden – nein, rechtliche Gewährleistung von bürgerlichen Grundrechten – nein, Änderungen im Asylrecht – nein, Einführung einer Erbschaftssteuer – nein …

Die Liste ist lang und darum wundert es nicht mehr, wenn nun auch die Umstellungsförderung für Biobauern bis 2013 einfach ausgesetzt wird. Was für ein entlarvendes Zeichen, das der Herr Landwirtschaftsminister Berlakovich da aussendet. Förderung der regionalen, kleinstrukturierten Bauernschaft? Österreich als Feinkostladen?

Lauter leere Lippenbekenntnisse!

Dazu ein gelungener Beitrag des ORF Report-Teams:

Probleme für Bio-Bauern

Ach ja, nur zur Ergänzung und zur Abrundung der gegenwärtigen ÖVP-Politik Bankenförderung – ja, sofort, Autoabsatzprämie – ja, sofort.

Die richtigen Prioritäten zu setzen ist wohl viel wert.

Ich weiß, es gibt noch eine zweite Regierungspartei, die SPÖ, aber wofür die steht und was die eigentlich so macht, das wüssten außer mir noch viele ganz gern.

Zahlenspielerei

Wir Menschen verursachen ja mit unserem Lebensstil eine Menge Dreck – einerseits ist das Müll, der irgendwo deponiert, verbrannt oder exportiert werden muss, andererseits ist das Abwasser, wovon täglich so 100 bis 150 l pro Person anfallen und die im Jargon der Kläranlagenbetreiber mit 1 EGW, also als einem Einwohnergleichwert, umschrieben werden.
Dies ist ein Themenbereich, mit dem wir uns deutlich mehr auseinandersetzen sollten – vor allem wenn ich beobachte, wie leichtfertig Dinge weggeworfen werden, wie sorglos entsorgt wird – ob wir uns da nicht mehr Sorgen machen sollten?

Na ja, wie auch immer.
Der Anlass dieses Artikels sind aber ein paar Vergleichszahlen, die mich dann doch sehr beeindruckt haben – drei Zahlen aus dem agrarischen Bereich, genauer gesagt aus der Massentierhaltung:

  • für ein Rind rechnet man mit 30(!) EGW,
  • für ein Schwein mit noch immer 25 EGW, und die Belastung
  • bei Intensivfischhaltung liegt bei 25 EGW pro Tonne Fisch.

Und das jeden Tag, das ganze Jahr. Diese Mengen wollen erst einmal entsorgt sein und die Kosten dafür werden natürlich gerne, wie heißt es heutzutage so schön, externalisiert.
Billige Massenware ist einfach nicht die Lösung unserer Ernährungsprobleme, sondern viel mehr ein Teil des nicht nachhaltigen Konsumverhaltens, das leider unsere gesamte Wirtschaftsweise prägt.

Billa hatte vor einigen Monaten am Beginn der neuen Werbekampagne mit der Kunstfigur Hausverstand die bemerkenswerte Aussage, dass ein Huhn für € 3,- oder weniger nicht produzierbar ist – vergleiche ich die Preise für ein Bio-Huhn mit € 10,- oder mehr wird der Unterschied deutlich, doch der Griff zum Bio-Fleisch wird schwerer.

Was bleibt, ist einerseits weniger Fleisch zu essen, das entlastet die Geldbörse und hilft der eigenen Gesundheit und ist andererseits das Bestreben den Tieren wenigstens ein erträgliches (oder gar halbwegs artgerechtes) Leben zu ermöglichen. Und das hat seinen Preis!
Das weiß die Wirtschaft übrigens schon lang – für wenig gibt es auch wenig – nur warum wir uns gerade im Bereich Lebensmittel mit dem letzten (wenigen) Dreck zufrieden geben, verstehe ich nicht wirklich…

Biodiversität 2010

Die UNO hat das Jahr 2010 zum Jahr der Biodiversität ausgerufen – wie schön.

Der Verlust an diversem Leben ist unbegreiflich hoch und wird dennoch von kaum Jemandem wahrgenommen. Wie auch, was man/frau nie kennengelernt hat, kann ja auch nie abgehen. Die EU ist mit ihrer Initiative, den Verlust an Biodiversität in Europa zumindest zu verlangsamen, auch spektakulär gescheitert.

Neulich bin ich zufällig beim Zappen in einen Ausschnitt einer Rede der deutschen Kanzlerin Merkel gestolpert – “…der Verlust an Biodiversität ist eine Gefahr, bedroht unsere Zukunft, wir tragen Verantwortung…” – so, oder so ähnlich klang das. Von konkreten Maßnahmen war nichts zu hören. Hier in Österreich ist es vor lauter Asyldebatte nicht einmal ein Thema. Vor allem jetzt, wo wir uns mit dem neuen Wohlstand nach dem Golf endlich einen großen Audi leisten können…

Die Bären haben Jäger wieder abgeschossen, für Greifvögel gilt zumindest in Niederösterreich Ähnliches, eine Wildkatze im NP Thayatal und ein Luchs im NP Kalkalpen werden zwar groß gefeiert aber machen, wie eine Schwalbe halt auch noch keinen Sommer. Schnellstraßen, Umfahrungen, Nordspangen, Autobahnen, Hochleistungsbahnstrecken, Gewerbegebiete, und Häuser, Häuser, Häuser verschlingen immer mehr Land, das den anderen Lebewesen fehlt. Ihre Lebensräume werden zerschnitten, ihre Wanderkorridore werden so nebenbei unpassierbar gemacht, ihre Ansprüche und Bedürfnisse werden ignoriert. Und da soll sich etwas ändern?

Die Realität spricht eindeutig gegen einen Erfolg dieses Biodiversitätsjahres, doch will ich hier einfach ein bekanntes Zitat einmal abwandeln

Zweifel hab ich wohl, allein mir bleibt die Hoffnung!

Endabrechnung


Das Jahresende ist auch die Zeit der Stromabrechnung. Almende ist ja schon seit einiger Zeit (siehe Almende-Beitrag Umstellung auf Naturstrom) Bezieher von Ökostrom und die Jahresabrechnung ist ein willkommener Anlass, sich die Stromrechnung etwas genauer anzusehen.

Im Vergleich mit dem vom Tarifkalkulator der E-Control vorgegebenen Standardverbrauch von 1610 kWh liegt der tatsächliche deutlich darunter, nämlich bei 1264 kWh. Der Energieträgermix setzt sich aus etwa 90 % Wasserkraft, guten 6 % Windenergie und etwa 4 % sonstiger Ökoenergie zusammen und unterscheidet sich dadurch deutlich vom herkömmlichen europäischen Strommix der sich aus 12 % Wasserkraft, 53 % fossilen Brennstoffen, 29 % Atomstrom und 6 % sonstigen erneuerbaren Energieträgern zusammensetzt.
Noch zwei Zahlen zur Stromproduktion – bei den Umweltauswirkungen schlagen sich 0 % radioaktiver Abfall und 0 % CO2 Emissionen zu Buche.

Noch dazu kann der Naturstromtarif mit diversen konventionellen Stromtarifen durchaus mithalten – darum kann Almende nur jedem/jeder empfehlen umzusteigen, das wäre schon einmal ein guter Vorsatz fürs neue Jahr – worauf noch warten?

P.S: Allen Almende-Lesern einen guten Rutsch und Prosit Neujahr!

Generalverdacht

Terror, Terror, Terror – zumindest wenn es nach den Medien geht.
Und die Politik antwortet mit einem weiteren Rundumschlag. Weil die Geheimdienste und all die anderen “Sicherheitsbehörden” versagen werden nun einfach alle Menschen unter einen Generalverdacht gestellt, Terroristen zu sein. Noch mehr Untersuchungen, noch weiteres Eindringen in die Privatsphäre, noch mehr Behinderungen, Demütigungen und leider eine weitere Aushöhlung der Rechte jedes Einzelnen.

Kriege ich den einzelnen Bösewicht nicht, schlage ich eben auf alle ein – dann wird’s den Bösen schon auch erwischen – oder so.

Der Opa, der seine Schuhe ausziehen muss, die Mitreisende die gescannt wird, Wasserflaschen die weggeworfen werden müssen, dämliche Fragebögen die auszufüllen sind – das soll Terrorbekämpfung sein???
Verarschung ist das und sonst nichts!

Ich warte auf den Aufschrei der Reisenden, doch es bleibt still.
Sind sie schon so verunsichert, dass sie nicht einmal mehr wagen für die eigenen Rechte zu kämpfen? Ist die Angst schon so groß aufzufallen und vielleicht damit ebenfalls verdächtigt zu werden?
Lassen sie sich einfach alles gefallen um nur ja nicht in die Mühlen der monströsen Terreorbekämpfungsmaschinerie zu geraten?

Eigenartig, mit jedem Terroranschlag geht ein Teil unserer Bürgerrechte verloren – und niemanden scheint es zu stören.

Und weil dieser Dezember schon so videolastig ist, noch ein Standbild mit hörenswerter Tonspur (am besten gleich auf 1:20 vorspulen):

Nicht alleine auf der Welt

Dieser Dezember scheint, was meine Beiträge betrifft, ein Video-Monat zu werden. Aber so wie man die Feste feiern soll wie sie fallen, so leite ich eben die sehenswerten Filme an euch weiter wie sie mir auffallen.

Vor den üppigen Weihnachtsfeiertagen sicher ein guter Anstoß über die eigene Ernährung nachzudenken – und wer weiß, vielleicht passiert ja dem/der einen oder anderen ein Weihnachtswunder.

Also, Film ab.

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