Feeds:
Artikel
Kommentare

Spuren hinterlassen

Ich bin ja schon seit einiger Zeit der Ansicht, dass unsere Hinterlassenschaft das „Zeitalter der Verschwendung“ genannt werden wird. Wir verbrauchen einfach zu viel. Nur das ist sehr bequem und warum sollte man als einzelner aufhören, wenn alle anderen doch so schön weitermachen? Und die Verlockungen des Konsums betören wohl jeden auf die eine oder andere Weise.

Ich habe kein Auto (auch wenn ich mir in letzter Zeit öfter mal diese unabhängige Mobilität wünsche), aber im Bereich Foto, Computer oder Telekommunikation bin ich mit passenden Angeboten (Apple, Nikon…) durchaus zu ködern. Aber auch die Produktion dieser Dinge verschlingt Energie und Ressourcen.

So habe ich mich wieder einmal dem Ökologischen Fußabdruck zugewandt und meinen eben berechnen lassen. Das Ergebnis:

Angeblich sehr klein, aber ich bräuchte immer noch zwei Erden. Ich müsste meinen Fußabdruck noch einmal um die Hälfte reduzieren und bei dem Gedanken wird mir schon etwas mulmig. Wie sollte das gehen ohne deutliche, schmerzhafte Einschnitte vorzunehmen? Meine Komfortzone würde ich jedenfalls deutlich hinter mir lassen.

Und bei meinem Umfeld denke ich eher über Dinge nach, die meinen Fußabdruck vergrößern würden.

Gestern habe ich meine alten Brillen meinem Optiker gebracht und der war ganz angetan davon, weil sie eben noch in sehr gutem Zustand waren/sind. Die werden jetzt hoffentlich weiterverwendet. Heute habe ich meinen vollen Kleiderschrank etwas „entmistet“, also Kleidung aussortiert, die ich schon lange trage. Ich könnte sie noch weiter tragen, aber die Farben gefallen mir nicht mehr, oder der Schnitt, manche haben auch kleinste Mängel – trotzdem ist das jetzt wohl Müll.

Leer ist mein Kleiderschrank übrigens nicht – es finden sich sogar ungetragene Stücke darin – ich bin einfach noch nicht dazugekommen sie zu tragen…

Die Handeslkette Spar hat eine Fahrradinitiative gestartet und Filialen mit Fahrradabstellplätzen ausgerüstet. Damit sollen die Filialen umweltfreundlicher erreichbar werden, bzw. sollen damit ganz gezielt umweltbewusstere Käuferschichten (vielfach Radfahrer) angesprochen werden.

So weit, so gut, nur was dabei bei „meiner“ Filiale herausgekommen ist, kann nur als moderner Schildbürgerstreich aufgefasst werden.

Die Fahrradbügel befinden sich auf einer kleinen umzäunten Fläche, rechts vom Eingang. Ein zweiflügeliges Zauntor verhindert den einfachen Zutritt und Werbematerial, das üblicherweise links und rechts vom Eingang aufgestellt wird, behindert den Zugang zu diesem Zauntor weiter. Die zu öffnende Torhälfte wäre auf dem Foto rechts, der linke(!) Teil. Wer da mit einem Rad durchkommt, soll mir das bitte zeigen.

Ich habe natürlich mit Spar Kontakt aufgenommen und die erste Reaktion war voller Tatendrang und Problemlösungskompetenz – alles nur ein Irrtum, direkten Kontakt mit der Filialleitung aufgenommen, Belehrung, das Problem sollte gelöst sein, falls ich wieder ein Problem hätte sollte ich gerne wieder Kontakt aufnehmen usw. usw..

Wie ich wieder dort war, musste ich zur Kenntnis nehmen, dass sich aber auch gar nichts verändert hatte. Also neuerlich hingeschrieben. Die Reaktion diesesmal war deutlich kühler – leider ist es nicht möglich etwas zu ändern, und tschüss.

Radfahren in der Spar-Variante eben…

Lesen lernen

Ein Lesetest an Schülern hat in Wien ein wenig schmeichelhaftes Ergebnis geliefert. Ein Viertel der Schüler hat massive Probleme mit dem Lesen.

Leseprobleme

Viele Erklärungen sind nun zu lesen und über Notmaßnahmen wird diskutiert. Doch nirgends wird die Verantwortung der Lehrer erwähnt, handelt es sich doch um Schüler der 4. und 8. Schulstufe. Wie konnten die Schüler mit ihren schlechten Lesekenntnissen so weit kommen, ohne dass es jemandem aufgefallen ist?

Da sind offenbar vier oder sogar acht Jahre Unterricht nicht oder nur unzureichend erfolgt.
Auf der offiziellen Internetseite der Stadtverwaltung finde ich nun folgende Aussage:

„Der Lesetest hilft den LehrerInnen somit dabei, den Unterricht noch gezielter entlang der Stärken und Schwächen der Kinder zu gestalten.“

„Noch“ ist doch eine Steigerung und da frage ich mich wie gezielt kann der bisherige Unterricht gewesen sein???

Freispruch, endlich

Um die Berichterstattung zum skandalösen „Tierschützerprozess“ endlich abschließen zu können, hier ein Artikel aus der österreichischen Tageszeitung Die Presse:

Glatte Freisprüche

Ein weiterer Artikel im sonst nicht positiv aufgefallenen Kurier titelt:

Nur noch peinlich

Was bleibt, ist ein schaler Nachgeschmack. Ein wirklicher Aufschrei ist nicht durch die Bevölkerung gegangen. Polizisten haben vor Gericht gelogen, Staatsanwälte zumindest weggeschaut und Richter sich nicht ausreichend informiert – und die Reaktion der Leute?

Dazu heute in der U-Bahn. Ein älterer, gut situierter Herr liest den Kurier. Die Seite mit dem Artikel zum Tierschützerprozess wird überflogen, die mit dem Artikel zum Mord an einer jungen Frau ausführlich gelesen.

Unterschiedliche Prioritäten eben…

Ab heute nur sechs Tage zum nachhören.

Ö1 Extra – Im Zeit-Raum: Biolandbau als Mittel gegen den Hunger in der Welt – Hans Rudolf Herren

Das Gespräch sollte man sich nicht entgehen lassen!

Rückgrat?

Die Haltung der deutschen Regierung bei der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat zur Flugverbotszone über Libyen ist enttäuschend, wenn nicht beschämend.

Warum, auf Deutschland bezogen, um den ehemaligen Verteidigungsminister Struck zu zitieren

„Unsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt.“

dies nicht auf die viel näher gelegenen Große Syrte zutrifft, muss mir mal jemand erklären. Dort sterben gerade unzählige Menschen in einem Bürgerkrieg, der von einem Regime entfacht wurde, dass in keinster Weise unsere Sympathie verdient, auch wenn es über Petro-Dollars verfügt (und da ist es nicht das einzige Regime, das vom Westen wegen dieses Geldes viel zu sehr hofiert wird!).
Ein Volk, das endlich den Mut gefunden hat sich gegen einen Tyrannen zu erheben, sollte nicht im Stich gelassen werden. Da muss schon einmal etwas riskiert werden. Diese Enthaltung und damit die Weigerung sich für diese Menschen einzusetzen, legt den Schluss nahe, dass Deutschland nur an seinen wirtschaftlichen Vorteilen interessiert ist.

Sich ökonomischen schwachen Partnern in der EU von seiner starken Seite zu zeigen ist keine Kunst. Einmal etwas für die Gerechtigkeit zu wagen, das wäre einmal ein Zeichen gewesen.

So finde ich es einfach rückgratlos, leider. (Aber nicht nur ich -> Kommentare)

Die Katastrophen in Japan führen uns deutlich vor Augen, dass nicht nur Entwicklungsländer gefährdet sind, wie ja vielfach nach dem Sumatrabeben und dem darauffolgenden Tsunami behauptet wurde. Ob wir entwickelten Länder nicht sogar stärker gefährdet sind, will ich mal unbeantwortet lassen, sicherer dürfen wir uns keinesfalls fühlen.

Unser Alltag wird immer effizienter, vierminütige Wartezeiten bei öffentlichen Verkehrsmitteln empfinden wir als Zumutung und die alltägliche Verfügbarkeit von Lebensmitteln aller Arten ist selbstverständlich. Die Energie- oder Trinkwasserversorgung funktioniert störungsfrei und die Telekommunikation möglichst auch im entlegensten Winkel des Landes. Lagerhaltung ist verpönt und Vorräte halten nur eigenartige Zeitgenossen.

Und dabei stehen wir sehr schnell sehr hilfsbedürftig da, wenn unsere Ver- und Entsorgungssysteme einmal ausfallen. „Just in time“ baut nun mal auf Ungestörtheit, auf Gleichförmigkeit auf Beständigkeit auf und Sicherungssysteme, auf welchem Lebenslevel auch immer, kosten zusätzliches Geld oder Mühen. Doch die ersparen wir uns zunehmend – Züge die weder im Hochsommer noch im Winter funktionieren, Straßen, die mit enormem Aufwand das ganze Jahr über möglichst in trockenem, niederschlagsfreiem Zustand gehalten werden, Pendlerstrecken, die aufgrund von Hochgeschwindigkeitsverbindungen den Bezug zur realen Entfernungen verloren haben, Unglücksfälle, die einfach die vorgegebenen Berechnungs- oder Planungsspielräume überschreiten, Lagerhaltung, die beliebig auf die Straße verlegt wird, usw.

Kurzfristigkeit, falsch verstandene Flexibilität und enge Planungszeiträume die einer schnellen Ertragsmaximierung dienen, sind Rahmenbedingungen, die sich heimlich in unseren Alltag geschlichen haben. Doch wenn wir eins von der Natur gelernt haben sollten, dann das, dass stabile Systeme Pufferkapazitäten haben, die eben ein Kippen dieser Systeme verhindern, abfedern, oder doch hinausschieben können.

Nicht erst das Beben vor Sumatra hat gezeigt, wie gefährdet wir Menschen sind, doch das menschliche Verhalten nimmt auf natürliche Bedingungen immer weniger Rücksicht – im Sommer bei der größten Hitze längere Mittagspausen einzulegen, oder im Winter bei heftigem Schneetreiben zuhause zu bleiben sind kleine Beispiele, die zeigen sollen, wie weit wir uns von der Natur entfernt haben. Und denke ich an die entsetzlichen Bilder des Sumatra-Tsunamis, wo Menschen die offensichtlich drohende Gefahr einfach total ignorieren, kann ich nur hoffen, dass uns unsere zunehmende Ignoranz nicht in weit größere Schwierigkeiten bringen wird.

Vielleicht ist dieser Beitrag nicht nötig, aber eine kleine Erinnerung kann ja nicht schaden.

Zur Zeit läuft in Österreich ein Volksbegehren, dass den Ausstieg Österreichs aus EURATOM zum Ziel hat.
Bis zum 7. März kann noch auf Gemeinden oder am Magistrat für das Volksbegehren unterschrieben werden. Nehmt euch die fünf Minuten Zeit, die es dauert und setzt damit ein Zeichen, dass den Sonntagsreden der Politiker nun endlich auch die entsprechenden Taten folgen sollen.

Zu gerne wird darauf hingwiesen, dass Österreich kein Atomkraftwerk betreibt, zu deutlich wird bei jeder Stromrechnung auf die Kosten der erneuerbaren Energieträger aufmerksam gemacht, und so undeutlich werden die Millionenbeträge für die Atomwirtschaft in irgendwelchen Budgetposten versteckt.

Österreich braucht keinen Atomstrom und sollte daher, gerade in Zeiten sehr knapper Budgets, lieber jeden Cent in die langfristig viel sinnvollere Unterstützung für umweltverträgliche, erneuerbare und heimische Energieerzeugung investieren.

Zum Glück gibt es in Österreich den Sender Ö1, sonst könnte man sich nebem dem Fernsehgerät auch das Radio sparen. Aber auf diesem „Kultursender“ finden sich neben einer Menge klassischer Musik auch immer sehr hörenswerte Dokumentationen, Diskussionen oder Features.

Dazu bietet Ö1 seit einiger Zeit die Möglichkeit Sendung 6 Tage lang im Internet hören zu können.

Und darum will ich euch auf eine Sendung der Reihe Hörbilder aufmerksam machen, mit dem Titel

land grabbing“ (zur Sendung, einfach auf den Link klicken)

Ein toller Hintergrundbericht über den weltweiten Wettlauf um Ackerland und wer dabei wieder einmal unter die Räder kommt. Noch profitieren auch wir im Westen von diesem System, aber wie alles im Leben hat auch das seinen Preis, den wir früher oder später bezahlen werden müssen.

Die Preise für Lebensmittel steigen, fruchtbares Ackerland wird von Jahr zu Jahr weniger doch auch wir in Mittleuropa versiegeln jedes Jahr (trotz geringer oder stagnierender Bevölkerungsentwicklung) riesige Flächen wertvollen Bodens mit Straßen, Gewerbe- und Industrieflächen, Parklätzen, Einkaufszentren und diversen anderen Gebäuden ohne auch nur im mindesten daran zu denken ob diese zügellosen Verbauungen notwendig sind oder ob es nicht bessere, nachhaltige Alternativen dazu gäbe. Im Jahr 2007 waren das 17 ha/Tag in Österreich und etwa 100 ha/Tag in Deutschland – jeden Tag!

Gut Ding braucht Weile

Neulich war ich beim dm (Drogerie Markt) einkaufen. Ich hatte nicht viel und die paar Dinge hatten Platz in meiner Umhängtasche. Während ich also meine Einkäufe verstaute, wurde ich Zeuge eines interessanten Dialoges zwischen einer älteren Dame und der Verkäuferin:

„Haben sie ein Plastiksackerl?“
„Wir haben nur mehr die aus Papier und die müssen sie kaufen.“
„Wie, seit wann?“
„Ach, schon eine ganze Zeit, mindestens ein Monat schon.“

Als Almende vor zwei Jahren bei dm ein Umdenken in Bezug auf die Ausgabe von Plastiktaschen anregte (-> siehe Beitrag), da war noch kein Problembewußtsein vorhanden. Doch letztes Jahr zeigten sich erste Veränderungen (-> dm-Eigendarstellung), und nun scheint es angekommen zu sein.

Diverse Beiträge über die zunehmende Verschmutzung, oder sollte man besser schreiben Verseuchung unserer Umwelt mit Plastik (-> plastic-free ocean), erste gesetzliche Initiativen (-> Italien, Kalifornien, Niederösterreich) zeigen, daß ein gewisses Umdenken stattfindet (-> plastikfrei einkaufen).

Almende verwendet schon seit Jahren Stofftragetaschen und die Lebensqualität ist erstaunlicherweise nicht beeinträchtigt worden – oder wie waren die Gegenargumente? ;-)

Ältere Artikel »

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.